Patro-Stadion / Maasmechelen (B)

Architektur

Die alte Industriestadt Maasmechelen hat ca. 40.000 Einwohner und wird von der Maas durchflossen, die hier die belgisch-niederländische Grenze bildet. Gegenüber der Maas liegt die niederländische Großstadt Maastricht Das Patro-Stadion liegt im Norden der Stadt Maasmechelen im Ortsteil Eisden und befindet sich in einem riesigen kommunalen Sportpark, der neben dem Stadion u.A. noch eine Bowlingbahn, eine Tennishalle, einen Rudersee, eine Schießhalle bereithält. Der Komplex wurde im Jahr 2001 gebaut und seitdem trägt Patro auch seine Heimspiele in diesem Stadion aus.

Das Stadion selbst besteht aus zwei identischen Tribünen auf den Längsseiten, die ca. 70% des Spielfeldrandes einnehmen. Die Haupttribüne hat ca. 1500 Sitzplätze auf 10 Reihen verteilt und ein Restaurant/eine Business-Loge mit Blick aufs Spielfeld. Die Gegentribüne besteht komplett aus Stehplätzen (bis auf 50 Sitzschalen im Gästebereich) und wird nach ca. einem Viertel durch eine mächtige Zaunanlage inkl. Stacheldraht in Gäste- und Heimblock aufgeteilt. Beide Tribünen sind mit einer Wellblechkonstruktion überdacht, die zum Schutz vor Wind auch vorn beplankt ist. An beiden Tribünen findet sich jeweils eine simple Anzeigetafel. Neben die Ergebnisanzeige hat man einfach beleuchtete „Hausnummern“ geschraubt, die man landauf, landab meist an Mietskasernen findet. Statt der Nummern wurden halt „MM“ und „BEZ“ (Bezoekers – Gäste) draufgeklebt. Die beiden Hintertorbereiche waren nicht ausgebaut. Außer den etwas schwachbrüstigen Flutlichtmasten gab es nur noch mächtige Werbetafeln. Aber Hauptsache das ganze Areal war eingezäunt.

Zusammenfassend kann man behaupten, dass Patro über ein absolut zweckmäßiges Stadion verfügt. Sicherlich keine Schönheit, aber in einem vorzeigbaren Zustand und die beiden Tribünen reichen für diesen besseren Dorfverein auch absolut aus.

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Parkplätze/Anfahrt

Maasmechelen liegt direkt an der A2 von Maastricht nach Brüssel und ist somit per Auto gut zu erreichen. Das Stadion liegt im nördlichen Ortsteil Eisden, sodass man mit dem Auto ein Mal quer durch die Stadt fahren muss. Dank des nahegelegenen Outlet Centers verfügt das Stadion über mehr (kostenlose) Parkplätze als Zuschauerkapazität. Der Parkplatzordner schaute uns aber etwas entgeistert an, als wir auf seine Frage welche Supporter wir denn wären, mit „neutral“ antworteten. Gibt’s hier wohl nicht so oft, dass sich Leute ohne Vorliebe für einen der teilnehmenden Vereine hierher verirren.
Der nächste Bahnhof ist im 15 km entfernten Genk, von dort fährt man mit dem Bus in 25 Minuten genau vor die Tür des Haupteingangs.
Nach Maasmechelen kann man sogar mit dem Flugzeug halbwegs entspannt anreisen. In 15 km Entfernung befindet sich der Maastricht-Aachen-Airport, der vor allem Ryanair-Fetischisten ein Begriff sein dürfte.

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Verpflegung

Das Angebot ähnelte dem der IJsselmeervogels (siehe dort), allerdings etwas teurer. Allerhand frittiertes Zeug und nächstes Mal werde ich mich mal an diese Bratwürste herantrauen.
Auch eine Vereins-Cafeteria in der Tribüne scheint in der Tweede Klasse irgendwie Standard zu sein, genauso wie das zugehörige dämliche Wertbonsystem. Dort gab es allerhand Softdrinks, Bier und Heißgetränke zu normalen Preisen und wer mochte, konnte sich vor dem Spiel dort aufwärmen und die ARD-Sportschau verfolgen.

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Eintrittspreise/Vorverkauf

Stehen für nen Zehner, Sitzen für 15€ – so einfach geht das. Die Preise sind für ein Zweitligaspiel absolut ok.
Auf der sehr antiquierten Vereinshomepage finden sich Infos über die Eintrittspreise, die aber zumindest bei meinem Besuch nicht viel mit der Realität zu tun hatten. VVK-Möglichkeiten, einen Stadionplan, oder sonstige Infos sucht man aber vergebens.

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Stimmung/Kulisse

War nicht. Also wirklich nicht. Aufgrund der Vielzahl der Schwenkfahnen und der Anwesenheit der Ultra-Gruppierung „Fanatics 2001“ haben wir gedacht, dass wenigstens etwas Stimmung in der Bude sein würde. Aber abgesehen von einem kurzen Intermezzo nach der zwischenzeitlichen Führung, war überhaupt nix. Da zumindest Bilder aus dieser Saison existieren, die die Fanatics etwas aktiver zeigen, könnte es aktuell einen Stimmungsboykott geben. Wahrscheinlich hat das Trikot des Vereinsmaskottchen nicht den richtigen Violett-Ton oder sowas. Die 30 Gästefans aus Brüssel machten auch nur bei den Toren mit einer Holzratsche auf sich aufmerksam.

Bedauerlicherweise kam die Fanfaren-Sackkarre nicht zum Einsatz. Ein eindrucksvolles Gefährt mit einer 6-stufigen Fanfare und einer mächtigen Autobatterie, was wohl das nahegelegene Outlet-Center pulverisieren könnte, wenn es irgendwann mal angeschmissen werden würde.

Etwas skurril mutete das Schauspiel vor dem Anpfiff an: Das Maskottchen, das so aussah wie ein Charakter aus „Legend of Zelda“ nur mit Grubenlampe auf’m Kopf wurde von zwei Männern im gesetzteren Alter und mit zwei mächtigen Schwenkfahnen auf das Spielfeld geleitet. Ihnen folgte offensichtlich der Enkelsohn des Einen, der einen überlebensgroßen Osterhasen auf dem Spielfeld umhertrug und diesen letztlich im Mittelkreis deponierte. Das Ganze hatte schon etwas von einem Schützenaufmarsch in einem kleinen Bauerndorf im Niedersächsischen Outback.

Leider waren insgesamt nur 900 Zuschauer dabei, das sind für eine zweite Liga in einem durchaus fußballverrückten Land erbärmliche Zahlen. Aber das Problem ist hausgemacht, denn das Potential durch Stadien und Umfeld wäre bei einigen Vereinen vorhanden. Nur leider wird die Proximus League einfach nur beschissen vermarktet und findet in der medialen Berichterstattung überregional so gut wie keine Beachtung. Handgezählte zwei Pressemenschen liefen dort umher und eine einsame TV-Kamera, die, auf der Haupttribüne montiert, dann ähnlich sinnvoll ist wie das Ding auf dem Gerüst beim SV Zweckel.

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Fazit
Lommel war interessanter und hatte auch das eindeutig bessere Stadion zu bieten. Maasmechelen war jetzt eher so ne „Notlösung“, weil von Spakenburg eben einigermaßen gut zu erreichen. Grundsätzlich gibt’s in der zweiten Liga aber noch einige weitere Perlen, die gerne entdeckt werden möchten.

31/50 :gruen:

Besuchtes Spiel: Patro Eisden Maasmechelen – White Star Bruxelles (1:3), 31. Spieltag der Proximus League (2. Liga) am 4.4.2015

Zuschauer: 900

Kapazität: 6.450

Kontakt: http://www.patromaasmechelen.be

Fotos vom Spiel: Klick

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