Stadien mit Supernamen Teil I: Mondpalast-Arena, Herne

Architektur

Formely known as Stadion im Sportpark Wanne-Süd fristet dieses doch sehr typische Ruhrpottstadion mittlerweile sein Dasein unter dem etwas schräg anmutenden Namen Mondpalast-Arena. Nun könnte man denken, dass es sich bei Mondpalast um einen FKK-Club, ein Multiplexkino oder ein Fastfoodcenter mit tiefergelegten Opel Corsas davor handelt. Der Mondpalast jedoch ist ein Volkstheater in Herne-Wanne (oder heißt es Herne-Wanne-Eickel?) und hat mit dem gastgebenden Verein DSC Wanne-Eickel eine Partnerschaft unterzeichnet. Das Stadion liegt recht idyllisch in einem Park und wird von einigen weiteren Sportanlagen eingerahmt, unter Anderem eine Halle, deren Umkleidekabinen auch vom Stadion mitbenutzt werden, und einem Skate-Park. Im Innenraum präsentiert sich das Stadion in einem etwas abgerockten Zustand, was auch nicht weiter verwundert, denn die besten Jahre des DSC Wanne-Eickel – so es sie überhaupt mal gab – liegen auch schon etwas zurück. Angrenzend an die modern wirkende Tartanbahn erheben sich umlaufend und umzäunt 14 doch eher niedrige Stufen, die mit Wellenbrechern ausgestattet sind. Auf der Gegengerade wurde mit Hilfe von zwei Zäunen ein abgetrennter Gästebereich gezaubert, der für die Regionaliga obligatorisch ist. Neben dem DSC Wanne-Eickel trägt nämlich auch die U23 des FC Schalke 04 hier ihre Heimspiele aus. Auf der überdachten Haupttribüne, die über die halbe Länge des Platzes gebaut ist, finden ca. 400 Menschen Platz. Weitere drei Sitzreihen befinden sich unüberdacht links und rechts von der Haupttribüne. Die mit Grünspan übersäeten Dächer der Ersatzbänke vor der Haupttribüne haben genauso schon bessere Tage gesehen wie das Imbisspavillon Marke „Schnellfix“ aus dem 2001er Bauhaus-Wochenprospekt. Eine Anzeigetafel oder Flutlichtmasten sucht man hier vergebens.

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Parkplätze/Anfahrt

Mit der Straßenbahn direkt vom Bochumer Hauptbahnhof bis vor das Stadion. Dabei gibt’s noch ne Sightseeing-Tour durch die Bochumer Peripherie und durch Downtown Wanne. Den gleichen Weg wählt man mit dem Auto von der A40 kommend. Bochum Leithe runter, vorbei an einem seelenlosen Fachmarktzentrum und leerstehenden Geschäftsgebäuden auf der Wanner Hauptstraße. Am Stadion gibt es eine Hand voll Parkplätze, die allerdings schon mit der sehr überschaubaren Zuschauermenge von 1.200 heillos überfordert waren. Was machen die hier erst, wenn hier mal mehr als 3.000 Leute kommen? Werden dann sämtliche Supermarktparkplätze in 3 km Umkreis angefordert? Für den normalen Ligabetrieb, wenn nicht gerade Essen oder Oberhausen anrücken, sollte es jedoch ausreichen.

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Verpflegung

Bratwurst! Vom Grill! Großartig! Leider nur mit so nem dreckigen Toast. Ein Brötchen hätte dieses Mahl durchaus aufzuwerten gewusst. Darüber hinaus gibt’s noch Frikadellen und zumindest auf dem Schild auch Currywurst. War jedoch nix von zu sehen. Eine Frechheit war aber das Getränkeangebot. 0,4l für 3,00 € (Regionalliga!) und dafür gab’s dann lauwarme Cola ohne Kohlensäure aus 2l-Bottichen.

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Eintrittspreise/Vorverkauf

6€ für nen Steher, 10€ für nen Sitzplatz. Passt.  Das sind die Preise der Schalker. Wanne-Eickel unterscheidet nicht zwischen Steher und Sitzplatz und nimmt pauschal 6€. Angaben zu den Ticketpreisen finden sich auf der Homepage.

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Stimmung/Kulisse

Die Schalker Szene boykottiert die Heimspiele, weil diese nicht in Gelsenkirchen stattfinden. Der DSC-Wanne-Eickel ist auch nicht gerade für kollektiv ausrastendes Publikum bekannt, und so liegt’s am Gegner, etwas Rambazamba in die Bude zu bringen. So haben die Essener zwar 90 Minuten irgendwas gemacht, da aber nur enttäuschende 500 Nasen den Weg ins 20 Minuten entfernte Herne gefunden haben, hielt sich auch diese Kulisse meistens in überschaubaren Grenzen. Wobei man gestehen muss, dass das Stadion jetzt nicht unbedingt beste Voraussetzungen bietet sich zu einem Tollhaus zu verwandeln.

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Fazit

Wenn man 90 Minuten Zeit hätte, einem Außerirdischen den typischen Ruhrpottfußball näher zu bringen, man würde ihn in die Arenen von Westfalia Herne, der SG Wattenscheid 09 oder eben des DSC Wanne-Eickel führen und schon wüsste das kleine grüne Männchen was es mit der Legende vom Ruhrpottfußball auf sich hat. Ein Stadion das an jedem Wellenbrecher Geschichte und Geschichtchen zu erzählen weiß, von Udo Lattek, Atsudo Uchida, Michael Boris und selbstverständlich auch Willi Entenmann.

25/50 :gruen:

Besuchtes Spiel: Regionalliga West 8. Spieltag, FC Schalke 04 II vs. Rot-Weiss Essen, 20.09.2014
Zuschauer: 1.200
Kontaktdaten: www.dsc-wanne.de

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