Uhlenkrugstadion, Essen

Architektur

Das Uhlenkrugstadion, 1922 im Essener Süden erbaut, beherbergte einst bis zu 45.000 Zuschauer. Heute finden noch 9.950 Leute im weiten Rund Platz, eine Kurve und die Hälfte der Gegengeraden sind dabei mit Stehstufen, Wellenbrechern und gewaltigen Zäunen ausgestattet. Die andere Hälfte des Stadions war früher mal zum Stehen geeignet, heute ist dies aber alles begrünt. Erwähnenswert hier, dass es sich damals um zwei riesige Stehränge gehandelt haben muss, die so ungefähr die Ausmaße des alten Niedersachsenstadions mit Unter- und Oberrang angenommen haben. Heutzutage kann man für seinen Eintritt auswählen, ob man stehen oder lieber auf der imposanten trapezförmigen Original-Tribüne aus den 20er Jahren Platz nehmen möchte. Dies könnten ca. 1.400 Leute, die dabei Gelegenheit haben, sich die Konstruktion anzuschauen, die schon aus „modernen“ Eisenträgern bestand und nicht wie viele ihrer Zeitgenossen aus Holz. Insgesamt macht die ganze Tribüne etwas den Eindruck, als könnte sie auch beim FC Fulham am Craven Cottage genau in dieser Art stehen und würde nicht weiter auffallen. Interessant auch, dass die grünen Sitzschalen in beliebiger Nummerierung direkt auf die alten Holzbänke geschraubt wurden. Im Bauch der Tribüne befinden sich die Umkleidekabinen, die Toiletten und rechts am Rand die Stadiongaststätte. Dieses Ding ist Ruhrpottfußball! Mitsamt der Oma hinter’m Verkaufstresen, die den Bau der Tribüne schon selbst miterlebt haben muss. Aber Achtung: Nur wer unter 1,80 groß ist, kann damit rechnen, halbwegs aufrecht stehen zu können.
Hach ja, was würde ich dafür geben, 15 Jahre älter zu sein und hier Spiele vor 10.000 Zuschauern gesehen zu haben.

:gruen::gruen::gruen::gruen::gruen::gruen::gruen::gruen::gruen::rot:

Parkplätze/Anfahrt

Begrenzt parken kann man vor dem Stadion, was für den Alltag in Liga 5 (leider) durchaus ausreichend ist. Ansonsten irgendwo im Wohngebiet – gerade wenn Wuppertal kommt, oder der FC Kray seine „Risikospiele“ (also alle?) dort austrägt und Aachen oder Oberhausen kommen, kann’s schon recht schnell eng werden. Daher rate ich jedem, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen. Die S-Bahn-Station Essen-Stadtwald (S6) liegt 200 Meter entfernt und bringt einen in 7 Minuten zum Hbf. oder direkt bis nach Düsseldorf.

:gruen::gruen::gruen::gruen::gruen::gruen::rot::rot::rot::rot:

Verpflegung

Auf der Getränkeseite steht alles, was im Ruhrpott scheinbar Standard ist. Also Pils, Softdrinks, Malzbier, Kaffee und famosen Kakao. Alles für max. 1,50€. Wem eher nach hartem Zeug ist, greift zur Bratwurst, Frikadelle, Sucuk oder für die ernährungsbewussten Vegetarier: Snickers! Auch das alles preislich völlig in Ordnung und die Bratwurst war mal so richtig geil.

:gruen::gruen::gruen::gruen::gruen::gruen::gruen::gruen::gruen::rot:

Eintrittspreise/Vorverkauf

8€ scheinen sich in der Oberliga langsam durchzusetzen. Aber immerhin sitzt man dafür überdacht… 4€ ermäßigt für Rentner, Schüler, Studenten und Frauen. VVK-Infos auf der Homepage gibt’s nicht, dafür aber immerhin einen netten Abriss über die Geschichte des Stadions.

:gruen::gruen::gruen::gruen::gruen::gruen::rot::rot::rot::rot:

Stimmung/Kulisse

Stimmung war nicht. Weder Schwarz-Weiß mit einer Fanclub-Fahne, noch Hö/Nie, die auf einem Sonntagnachmittag 10 gelangweilte Dorfbewohner mitbrachten, vermochten irgendwas zur Unterhaltung beizutragen. Dafür hatte das Spiel einen durchaus vorzeigbaren Unterhaltungswert, und auch die Gestalten, die dort entweder seit 9 Uhr morgens am Saufen waren, und/oder so gekleidet waren, als würden sie auf dem Weg zum McFit sein, wussten uns zu unterhalten. Nicht zu vergessen die beiden Balljungen, die 2 Minuten lang rätselnd an einer großen Pfütze standen und überlegten, wie sie den Ball denn dort nun wieder raus kriegen würden. Dank dem Schal meines Mitreisenden wurden wir übrigens in der Stadionklause für Gästefans gehalten.

:gruen::gruen::gruen::gruen::rot::rot::rot::rot::rot::rot:

Fazit

Hier muss jeder Fußballfan mal gewesen sein. Man stellt sich auf die begrünte Kurve, schließt die Augen und wähnt sich in einem schwarz-weiß Film, in dem man mit 30.000 anderen Leuten dicht an dicht auf Kriegstrümmern steht und seine Mannschaft nach vorne schreit. Man öffnet die Augen und sieht 196 zahlende Zuschauer. Hin da, solange dieses beeindruckende Stück Fußballgeschichte noch bespielt wird.

34/50 :gruen:

Besuchtes Spiel: Oberliga Niederrhein, 11. Spieltag – ETB Schwarz-Weiß (3:1) am 26.10.2014
Zuschauer: 196

Fotos vom Spiel: Klick

Kontakt: http://www.sw-essen-fussball.de

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s