Waldstadion, Weismain

Architektur

Das Waldstadion in Weismain wurde 1968 eröffnet. Seinen jetzigen Ausbaustand erreichte das Stadion, als der damalige SC Weismain 1996 in der noch viergleisigen Regionalliga unter Anderem gegen den 1. FC Nürnberg spielen durfte.
Dieser Ausbau besteht gegenwärtig aus der überdachten, aber schmucklosen Haupttribüne, die auf 6 Reihen 1.100 Sitzplätze, sowie eine Hand voll Medienplätze bereithält. Außerdem befindet sich dort eine aus grobem Span gezimmerte Sprecherkabine. Die Südtribüne hinter dem Tor ist umzäunt und entspricht somit den Anforderungen der Regionalliga für erweiterte Käfighaltung von nennenswertem Gästeanhang. Insgesamt finden auf der leidlich überdachten Tribüne bis zu 4.500 Menschen Platz. Auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich das Vereinsheim samt Balkon im ersten Stock (VIP-Loge auf Fränkisch) und einer interessanten Umzäunung im Erdgeschoss. Dort befinden sich auch die Spielerkabinen, welche durch den Zaun vom Spielfeld getrennt sind und bei Bedarf wird über den Zuweg zur Gegentribüne ein rostiger Spielertunnel gerollt. Überhaupt, die Gegentribüne: Ein monumentaler, hoch aufragender Bau aus unzähligen Stehstufen, steil wie der alte Bökelberg oder das Estadio Pizjuan in Sevilla, sodass man von ganz oben fast senkrecht auf das Spielfeld schaut. Unten aus Beton und oben aus Naturstein gefertigt, als wäre die Tribüne wie selbstverständlich aus dem Berg heraus gemeißelt worden. Und wer hätte schon gedacht, dass man nach Weismain fahren muss, wenn man die fünftgrößte Stehtribüne Deutschlands sehen will?!
Garniert wird das Ganze durch vier TV-taugliche Flutlichtmasten und durch eine einfache LED-Anzeigetafel.

:gruen::gruen::gruen::gruen::gruen::gruen::gruen::gruen::gruen::gruen:

Parkplätze/Anfahrt

Es ist halt schon der Arsch der Welt, dieses Weismain. Von der A70 (Bamberg-Bayreuth) geht es noch 14 km vorbei an allgegenwärtigen Hobbit-Höhlen, durch Ortschaften wie Kleinziegenfeld (Ortsteil Grund-Hühnerberg!), Wallersberg und Schammendorf. Parkplätze gibt es reichlich auf einem Sandfeld direkt hinter der Haupttribüne. Das Ding sieht bei Regen sicher witzig aus.
ÖPNV in der Fränkischen Schweiz – da sollte man sich nen Segway oder sowas mitnehmen, Regionalbusfetischist sein, oder ganz viel Zeit haben. Am besten alles in Kombination. Genau 1x am Tag (!) kann man in 60 Minuten von Bamberg nach Weismain fahren. Bleibt immerhin Zeit fürs Sightseeing. Aus Burgkunstadt kann man immerhin 4x am Tag einen Bus nach Weismain besteigen.
Das alles gilt nur für Wochentage. Samstags und Sonntags ist in Weismain die Welt noch in Ordnung – da fahren keine Busse. Übrigens sind dann noch 10 Minuten strammer Fußweg zum Stadion angesagt, denn der Bus hält in der Ortsmitte. Aber es ist ja nicht so, als hätte man nicht genügend Zeit…

:gruen::gruen::gruen::rot::rot::rot::rot::rot::rot::rot:

Verpflegung

Da ist der Franke pragmatisch. Der Besucher kann wählen, ob er eine grobe fränkische Bratwurst im Brötchen, oder zwei Bratwurst im Brötchen haben möchte.
Die Getränkefront kennt Bier, Wasser und Softdrinks (Limo, Spezi, keine (!) Cola) aus heimischer Brauerei.
Das Angebot ist verglichen mit den Ruhrpottstadien unterdurchschnittlich, aber der vorzügliche Geschmack und die Tatsache, dass die Getränke 500 m Luftlinie entfernt gebraut werden, machen es dennoch interessant.

:gruen::gruen::gruen::gruen::gruen::gruen::rot::rot::rot::rot:

Eintrittspreise/Vorverkauf

Doch nicht gerade günstig, so ein Trip nach Weismain. Sitzplatz 12€, stehen kann man für 10€. Ermäßigt 9, bzw. 7€. Kostenlos dazu gab es ein 4-seitiges Farbmagazin mit aktuellen Infos und den Mannschaftskadern.
Welche Preiskategorie gewählt wurde, wird einfach auf der Eintrittskarte angekreuzt. Wie gesagt, pragmatisch, der Franke.
Infos gibt’s auf der Homepage und eine VVK-Stelle ist in Bayreuth in der Innenstadt.

:gruen::gruen::gruen::gruen::gruen::gruen::gruen::rot::rot::rot:

Stimmung/Kulisse

Niveauvolles Gepöbel der 15 Hardcore-„Oldschdodd“-Fans auf der einen Seite gegen 20 Anhänger von Illertissens One Man Army mit sensationell großkotzigen T-Shirts „Illertissen International“. Großartiger Wechselgesang der Gästefans: 10 Leute brüllen „Iller“ und ihre 10 Nachbarn antworten „Tissen“ Stark!
Die Heimfans beschränkten sich bei jeder (!) Aktion auf dem Feld darauf, aufzuspringen, interessante Gesten in Richtung Schiedsrichter zu schleudern und zu applaudieren, wenn mal wieder ein Gegenspieler humorlos in die Werbebande gegrätscht wurde. In einigen wenigen Szenen konnte auch die Gegentribüne zu Schlachtrufen animiert werden. Auch wenn Stimmung im eigentlichen Sinn nur partiell vorhanden war, war es doch 90 Minuten feinste Unterhaltung.

:gruen::gruen::gruen::gruen::gruen::gruen::gruen::gruen::rot::rot:

Fazit

Ein Muss! Die wenigen Gelegenheiten, die es gibt, dieses Stadion mal abzuhaken, sollte man wahrnehmen. Eine geile Hütte, großartiges Gepöbel, dazu der Arsch der Welt. Fantastisch.
Man muss sich aber schon im Klaren sein, dass das Waldstadion, wenn es denn mal bespielt wird, in diesen Momenten das Weltzentrum des Groundhoppings ist. So kann man schon mal auf Bekannte aus Hannover treffen (und mich würde echt interessieren, ob er denn irgendwie noch nach Burgkunstadt gekommen ist), oder zwei Jenensern begegnen, die durch die Stadien der Republik tingeln, um Fotos für ihre Stadionpostkarten zu schießen.

34/50 :gruen:

Besuchtes Spiel: Regionalliga Bayern, 25. Spieltag /SpVgg Oberfranken Bayreuth vs. FV Illertissen (1:1) am 20.03.2015

Zuschauer: 580

Fotos vom Spiel: Klick

Kontakt: http://www.spvgg-bayreuth.de/

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s