Lohrheidestadion Wattenscheid

Architektur

Im Bochumer Stadtteil Wattenscheid, in Rufweite zur Stadtgrenze Gelsenkirchen liegt das Lohrheidestadion, wo neben den Amateuren des VfL Bochum vor allem die SG Wattenscheid 09 ihre Heimspiele austrägt. Die Lohrheide besteht eigentlich ringsum aus Stehstufen und einer Leichtathletikbahn. In der Nord- und Südkurve wird das Ganze durch zwei Marathontore unterbrochen, wobei das im Süden direkt ins Funktionsgebäude führt und unter Anderem den Spielereingang beherbergt. Die Westtribüne besteht ebenfalls aus den Stehstufen, in den frühen 70er Jahren wurde aber auf halber Länge ein freitragendes Tribünendach installiert, welches an der Rückwand halbrund ausgeführt ist und somit etwas an die Architektur der späten 50er-Jahre erinnert. Unter diesem Dach befinden sich, als zweiter Rang, ca 800 Sitzplätze. Als Wattenscheid 1990 bis 1994 in der Bundesliga gespielt hat, erhielt die Lohrheide ihr jetziges Aussehen. Im Osten wurde die jetzige Haupttribüne gebaut, die im Vergleich zum Rest des Stadions durchaus als „gewaltig“ bezeichnet werden kann. Auf dieser, 1992 eingeweihten, neuen Haupttribüne finden sich komplett überdacht 4.000 Sitzplätze, die allesamt überdacht sind. Die Tribüne ist leicht gekrümmt und schaut daher etwas aus wie der Unterrang in Wolverhampton und die Seiten und die Rückseite der Tribüne sind verglast.
Insgesamt ist die Lohrheide ein für diese Größenordnung typisches Mehrzweckstadion, das sich von seinen „Geschwistern“ in Siegen, Ulm oder Koblenz nicht sonderlich groß unterscheidet. Als Sonderausstattung hat das Stadion 4 TV-taugliche Flutlichtmasten und eine spartanische elektrische Anzeigetafel über der Südtribüne zu bieten. Für einen U30-Jährigen ist es immer wieder faszinierend, dass in solchen Stadien vor 15-20 Jahren noch Bundesliga gespielt wurde, so „fremd“ fühlt sich das in Zeiten von Hochglanzneubauten auf der grünen Wiese an.

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Parkplätze/Anfahrt

Auf der grünen Wiese liegt es eben genau nicht, sondern mitten im Wohngebiet. Zu Spielen von Wattenscheid kommen ja selten mehr als 500 Leute und selbst dann sind die hier schon einigermaßen überfordert mit den Autos. Bei diesem Spiel waren 12.500 Zuschauer anwesend, was ganz Wattenscheid einen ordentlichen Verkehrsinfarkt beherrschte. Mit viel Glück fand ich an einem 1 km entfernten Getränkemarkt noch einen Parkplatz. 1,5h vor Anpfiff wohlgemerkt. Normalerweise kann man direkt am Stadion auf einem überschaubaren Parkplatz festmachen. Die An- und Abreise erfolgt aber recht zügig. In 5 Minuten ist man auf der A40.

Mit der Straßenbahn, Linie 302, kann man direkt vom Bochumer oder Gelsenkirchener Hauptbahnhof zur Haltestelle Lohrheidestr. fahren. Von dort aus muss man noch 400m zum Stadion laufen. Direkt vor’m Stadion ist noch ne Bushaltestelle.

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Verpflegung

Bratwurst, Currywurst und Frikos, alles vom Holzkohlegrill. Die Bratwurst preiswert (2€), mit Brötchen und saulecker. Getränke gab’s auch, leider nur abgestandene Cola, bleifreies (Risikospiel! *haha*) Bier und an der Kaffeebar auch Heißgetränke nach Wahl. Preislich ok, aber die Damen am Ausschank war mit den ungewöhnlichen Besuchermassen etwas überfordert.

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Eintrittspreise/Vorverkauf

Stehen kostet bei der SG Wattenscheid 09 8€, ein Sitzplatz 14-16€. Es gibt verschiedene Ermäßigungen für Jugendliche, Kinder, Familien oder Mitglieder. Für 400 € – 1.150€ kann man ferner eine Dauerkarte auf Lebenszeit erwerben, wo man für alle Spiele aller Mannschaften der SGW09 Eintrittsrecht hat.

Einen Ticketshop, sowie die Ticketpreise gibt’s auf der Internetseite der SGW09.

Für die U19-Meisterschaft kosteten die Tickets 5€ (Stehplatz) bzw. 12€ (Sitzplatz).

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Stimmung/Kulisse

12.500 Zuschauer hat Wattenscheid normalerweise, wenn man die ganze Saison zusammenzählt. Daher werde ich das hier zwar bepunkten, aber nicht in die Gesamtwertung einfließen lassen. Der Punkt wird aber aktualisiert, sobald ich mir mal ein Heimspiel der SGW gebe.

Überrascht war ich von den 500 mitgereisten Leuten aus Hoffenheim. Erstmal von der Anzahl, ist ja schließlich nur ein Dorfverein, und zweitens vom Support. Der kam zwar bei uns nicht an, da das Stadion doch sehr luftig ist und auch „nur“ 50 Mann mitmachten, aber man sah zumindest 60 Minuten lang Action in der Gästekurve.

Die Schalker waren recht komplett mit Trommelbrigade, Schwenkfahnen und ner gehörigen Anzahl an Kutten vertreten und machten spätestens nach der 30. Minute auch ab und zu mal richtig Alarm. Bester Gesang definitiv „seht ihr Profis, so wird das gemacht“. Ich habe mir ja eigentlich vorgenommen, mir diesen Kick völlig teilnahmslos anzuschauen. Das fiel mir aber mit zunehmendem Spielverlauf gehörig schwer. Dass die ganze Stimmung eher oldschool war und damit auch wunderbar zur Location passte, ist der Abwesenheit der Ultras GE zu verdanken, die in ihrer grenzenlosen Verbohrtheit jedes „Heim“-Spiel außerhalb von Gelsenkirchen boykottiert. Auch wenn die U19 auch so gewonnen hat, über etwas koordinierten Support hätten die sich sicher nicht beschwert.

Witzigerweise saß Dietmar Hopp mit seiner Entourage direkt hinter uns auf der ollen Westtribüne, da wohl ein Praktikant von ihm versehentlich die falschen Tickets gekauft hat. Als die anwesende blau-weiße Anhägerschar das mitbekommen hat, musste er sich natürlich öfters mal anhören, dass er der Sohn einer herzensguten Dame wäre. Beim Stand von 3:1 kurz nach der 70. Minute hat er beleidigt und begleitet von einigen Beschimpfungen das Geschehen verlassen. Auf dem Weg nach draußen blieb er aber kurz stehen, um sich mit einem Schalker ein hitziges Wortgefecht zu liefern.

Eigentlich hätte man den ganzen Abend mal auf Video festhalten müssen und später seinen 10-jährigen Kindern zeigen und dabei so etwas sagen wie „seht ihr, so war Bundesliga als ich so alt war wie ihr.“

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Fazit

Schon legendär oldschool das Ding. Aus den flachen Kurven sieht man dank der Tartanbahn bei mehr als 30% Auslastung arg bescheiden, die Sitze sind ausgeblichen und die Zäune könnten mal nen neuen Anstrich vertragen. Es ist nicht heruntergekommen, aber das Lohrheidestadion hat ehrlich gelebt und schon viele große Schlachten erlebt. Wenn die Kulisse stimmt, wie an diesem Pfingstmontag, kann man sich schon mal 15 Jahre zurückversetzt fühlen.

26/40 :gruen:

Besuchtes Spiel: U 19-Meisterschaftsfinale zwischen Schalke 04 und TSG Hoffenheim (3:1) am 25.5.2015

Zuschauer: 12.500/500

Kapazität: 16.233 (5.033 Sitzplätze & 11.200 Stehplätze)

Kontakt: www.sgwattenscheid09.de

Fotos vom Spiel: folgen…

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