Stadion Woudestein, Rotterdam (NL)

Es gibt nur vier Städte in der EU, die mehr als zwei Erstligisten beherbergen: London, natürlich, Lissabon, Glasgow und – wer hätte es gedacht – Rotterdam! Zugleich beherbergt Rotterdam das, mit 4.500 Plätzen, kleinste Erstligastadion Westeuropas („richtige“ erste Ligen natürlich, nicht sowas wie Nordirland oder Malta), das Stadion Woudestein, in dem der SBV Excelsior seine Heimat hat.

Architektur

Wären da nicht die Flutlichtmasten, würde man glatt am Stadion vorbeifahren, denn die der Straße zugewandte Robin-van-Persie-Tribüne hat von außen den Charme einer Viehauktionshalle. Drinnen sieht das Bild schon freundlicher aus und eigentlich wirkt hier alles eher für Amateurfußball designt. Das erkennt man z.B. am Fan-Café, aus dem man auf’s Spielfeld schauen kann, an den Werbebanden an den Dächern, oder an den eher grazil wirkenden Flutlichtmasten. Der letzte Ausbau datiert aus Sommer 2016, als die beiden Ecken der Südseite geschlossen wurden. Hierdurch erinnert die Form des Stadions etwas an ein Hufeisen (oder an die viel zu heiß gebadete Version des Carl-Benz-Stadions) und gewann ca. 1.000 Plätze insgesamt hinzu, auch weil große Teile des Gästeblocks und die Mitte des Heimblocks in Stehplätze umgewandelt wurden. Aber natürlich weiterhin als Sitzplatz verkauft werden. *kopfkratz*

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Bis auf einige Reihen außen besteht die Haupttribüne komplett aus Business- und VIP-Sitzen und einem Logensaal. Die Sprecherkabine befindet sich übrigens unter dem Dach der Hintertortribüne.

In naher Zukunft könnte das Stadion noch um ca. 1.000 Plätze erweitert werden, wenn die Ecken zwischen den Längsseiten und der Gästetribüne auch geschlossen werden. Konkrete Pläne dafür gibt es nicht, die hohe Auslastung des Stadions machen den Ausbau aber nicht unwahrscheinlich.

Als besonderes Atmosphäre-Plus schaltet man die Tribünenbeleuchtung während des Spiels aus. Ein bisschen Kinofeeling…

27/50

Parkplätze/Anfahrt

Der Rotterdamer an sich ist ein kommunikatives Wesen und erwartet von seinen Gästen, es ihm gleich zu tun. Mein erster Parkversuch direkt am Stadion scheiterte, ich brauche ein Parkticket und soll es mal bei P3 versuchen. Bei P3 angekommen sagte eine Parkplatzordnerin, dass hier heute zu wäre, aber bei P4 kann man für lau parken. Bei P4 erzählte mir der Typ dann, dass man auch hier ein (im VVK zu erwerbendes) Parkticket benötigte, ich soll mich doch einfach hier irgendwo ins Gestrüpp stellen. So wurden aus einer eigentlich optimalen Anreise, da die Kiste direkt am Autobahnzubringer liegt, mal eben 15 Minuten nervige Kurverei. Parkplätze hat’s übrigens genug. Wenn man ein Ticket hat…

Mit der Bahn ist alles easy, in 15 Minuten kommt man mit der Tram (21, 24) ohne Umsteigen direkt vom Hbf. zum Stadion.

17/20

Verpflegung/Einlass

Das übliche Fritteusenmassakar gab es zu bestaunen: Frikandeln, Fleischkroketten, und Fritten für je 3€, daneben noch Pizza für 3,50 und Hamburger für 4,50 und als Krönung frische Waffeln mit Karamellsirup auf einem alten Lastenfahrrad zubereitet. Das Ding hätte ich am liebsten mitgenommen.

Neben den üblichen Softdrinks und einem lokalen Bier gab es Wein und Dead Bull. Zumindest die Softdrinks waren gar nicht mal so günstig, für 2,50€ gab es einen 0,2er Becher überreicht. Und dem Ding – natürlich stilecht aus der 2-Liter-Pulle ausgeschenkt, sah man den nicht vorhandenen Kohlesäuregehalt schon im Vorbeigehen an. Gleiches beim Bier, aber hier konnte man immerhin noch ein 0,4er für 4€ ordern.

13/20

Eintrittspreise/Vorverkauf

Wie in der Eredivisie üblich sollte man vorher checken, ob man für das Spiel eine Clubcard benötigt. Bei Risikospielen, bzw. Derbys eine gern genutzte Maßnahme, um Karten nur an Anhänger zu verkaufen.

Das Preismodell ist aber denkbar einfach: Hinter’m Tor kostet der Sitz 17€, auf der Geraden 22€. Theoretisch kann man alles platzgenau online auswählen, aber leider kann man (online) nur zahlen, wenn man ein niederländisches Bankkonto hat. Abhilfe schafft hier eine kurze Mail, binnen weniger Stunden kam eine Antwort, dass man mir eine Karte auf meinen Namen reserviert hätte. Top!

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Der kommunikative Rotterdamer an sich stellt übrigens nicht einfach ein Schild auf, das den Weg zum Ticketbüro weist, das wäre ja auch zu einfach. Man muss sich also durchfragen und dank fehlender Ausschilderung am Fenster selbst (ja, richtig. Fenster.) hätte ich das Ding auch nicht als solches erkannt, wenn nicht der Mannschaftsbus von Venlo davor geparkt hätte.

16/20

Stimmung/Kulisse

Zwei Gegensätze waren zu bestaunen. Die Fans des SBV Excelsior versuchten sich in Ultra-Manier, hatten aufgrund der überhaupt nicht berauschenden Spielweise ihrer Mannen aber Probleme, mehr als 50 Mann dauerhaft zum Mitmachen zu bewegen. Schade, Potential ist in dem kleinen Kasten einiges vorhanden.

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Anders die ca. 300 mitgereisten Venloer, die sich nach einer halben Stunde erstmals zu Wort meldeten und mit Oldschool-Support englischem Einschlags überzeugten. Nicht dauerhaft, aber immer wieder laut.

Besuchtes Spiel: Eredivisie 2017/2018 – 7. Spieltag – SBV Excelsior Rotterdam vs. VVV Venlo (0:2) – 30.09.2017

Zuschauer: 3.703/300

73/110 Punkte

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