Offermans-Joosten-Stadion, Sittard (NL)

Architektur

Das Offermans-Joosten-Stadion wurde 1999 eröffnet und steht in einem Gewerbegebiet vor den Toren Sittards. Und genau so sieht das Ding auch aus! Die Fassade der straßenseitigen Tribüne besteht aus einer Mosaikverkleidung aus verschiedenen Blautönen, die mal so gar nicht zu irgendwas passen will, was mit Fortuna Sittard zu tun hat. Die Fassaden der anderen Tribünen bestehen aus…nichts! Nackter, unverkleideter Beton in seiner reinsten und hässlichsten Form. Unter der Gegentribüne liegt die Einfahrt zur Tiefgarage, die sich genau unter dem Spielfeld befindet. Das erklärt auch, warum man, wenn man vorbei an wellblechigen Kassenhäuschen das Stadion betritt, erstmal vor einer 3 Meter hohen Mauer steht. Das Spielfeld ist hier tatsächlich höher als der Eingang zum Stadion und man schaut halt schon recht blöd und sieht…Beton. Wenigstens haben sie Graffiti drangesprüht, was dem gesamten Komplex etwas morbiden Ostblockcharme zu verleihen wusste. Im Tiefparterre liegen auch der Fanshop, die Fressbuden und die grob gezimmerten und etwas unbeholfen grün-gelb angestrichenen Butzen, an denen man sich die Wertmarkten für die Fressbuden kaufen muss. Gott hasst Wertmarken!

IMG_76491
Nach ein paar weiteren Stufen befindet man sich dann im Block, in dem praktischerweise freie Platzwahl herrscht und in diesem recht steil aufragenden Gebilde kann man dann doch ganz gut auf das Spielfeld schauen. Schaut man auf die anderen Tribünen, stellt man fest, dass diese genauso aussehen, wie die, auf der man eh schon hockt, nur auf der Haupttribüne befinden sich ein paar Logen. Alle Tribünen werden an den Seiten mit einer Wellblechwand begrenzt und sind von diesem fantastischen Graben umgeben. An den beiden Hintertortribünen befindet sich noch jeweils eine spartanische Anzeigetafel.
Insgesamt ist das Stadion schon verdammt hässlich und erinnert irgendwie an eine wilde Mischung der Stadien in Paderborn und Wiesbaden. Man muss der Hütte aber zugutehalten, dass aufgrund der relativen Enge und den steilen Rängen schon mit recht wenig Mitteln ordentlich Rambazamba in der Hütte sein könnte. Könnte, siehe „Stimmung“.

15/50

Parkplätze/Anfahrt

Von der Autobahn geht’s schnell, in 5 Minuten ist man über eine Schnellstraße am Stadion. Parkplätze gibt’s unter dem Stadion und am Stadion auf einer besseren Festivalcampfläche auch reichlich. Nur nehmen sie für die Außenparkplätze etwas unverschämte 5€ Gebühren. Tja, ein Gegentor pro Euro Parkgebühren. Selbst schuld!
Der Bahnhof von Sittard liegt 10 Minuten Fußweg entfernt, ein Bus fährt auch.

16/20

Verpflegung/Einlass

Das beschissene Wertbonsystem erwähnte ich schon. Kaufen konnte man dafür unter Anderem eine stattliche Auswahl an Softdrinks (u.A. dead Bull!), Heißgetränke oder Bier.

IMG_7678 - Kopie

Zu essen gab es nur wabbelige Hamburger und wabbelige Frikandelbrötchen. Hätte ich aufgrund eines dezenten Hungergefühls am bis dato nahrungslosen Freitag fast sogar gegessen, nur man hätte 10 Minuten für diese Wertmarken anstehen müssen…

10/20

Eintrittspreise/Vorverkauf

DSC_0116.JPG

Sitzen mit freier Platzwahl kann man für 12,50€. Die Haupttribüne und die Mitte der Gegentribüne sind etwas teurer (16,50) und wenn man 25€ bezahlt, sitzt man nicht nur in der Mitte der Haupttribüne, sondern hat auch noch Zutritt zum „Mark van Bommel-Zaal“. Es gibt übrigens noch einen „Bert van Maarwijk-Zaal.“ Die Supporters von Fortuna finden sich traditionell auf der „Fernando Ricksen Tribüne“ ein, die Gäste gegenüber in Block B. Kinder unter 12 Jahren erhalten bei den meisten Spielen freien Eintritt. Dies führte dazu, dass von 3.000 Besuchern sicher 1.000 Blagen im Stadion waren und eine unfassbar schrille Geräuschkulisse verbreiteten.

IMG_76421
Es gibt die Möglichkeit, die Karten auch online vorzubestellen. Dort erfährt man auch, ob für das gewünschte Spiel eine Clubcard-Verpflichtung besteht. Hierzu sind die Regeln in Holland nicht einheitlich. Manche Vereine schreiben eine CC zwingend bei jedem Spiel vor, manche Vereine nur bei Risikospielen und bei manchen kriegt man eh nicht so einfach Karten (Twente, PSV, Heerenveen…)

14/20

Stimmung/Kulisse

Stimmung war nicht! Kein Funken! Nun konnte man annehmen, dass die Ultras von den TGV Boys einen Stimmungsboykott durchzogen, allerdings wurde in der ersten Halbzeit einmal kurz ein Lied angestimmt. Für ca. 3 Sekunden. Danach hüllten sich die ca. 100 „Supporters“ in eisiges Schweigen und beschränkten sich mit zunehmender Spieldauer (und Gegentorzahl) auf wildes Pöbeln Richtung eigene Mannschaft. Dazu kommt, dass jeder zweite Einwurf/Eckball/Grashalm von irgendeinem „Sponsor of the Day“ präsentiert wurde.

IMG_7685 - Kopie
Die ca. 50 Gästefans waren ob des Spielverlaufs natürlich bester Stimmung, konnten sich aufgrund der zahlenmäßigen Überschaubarkeit ihrer selbst aber nur partiell bemerkbar machen.

Fazit

Unfassbar hässlicher Betonbunker, Stimmung wie auf dem Friedhof und 1.000 Blagen im Stadion. Drei Gründe, das nicht nochmal anzusteuern. Dennoch konnte man dem Spiel einen gewissen Unterhaltungsfaktor nicht absprechen.

55/110 Punkte

Besuchtes Spiel: Besuchtes Spiel: 6. Spieltag Jupier League 2015/2016 – Fortuna Sittard vs. FC Dordrecht 0:5 (0:4) am 11.09.2015

Zuschauer: 3.073 (50 Gästefans)

Kapazität: 12.500 überdachte Sitzplätze, davon 16 Logen und 1.000 Business-Seats.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s