Parkstad Limburg Stadion, Kerkrade (NL)

Architektur

Man könnte glatt dran vorbeifahren, wenn die Flutlichtmasten nicht wären, befinden sich im Stadion doch an der Außenfassade reichlich Hotels, Geschäfte und Restaurants. In gewisser Weise war Roda aber Vorreiter, als das Parkstad Limburg Stadion im Jahre 2000 eröffnet wurde, denn heutzutage ist so eine Mischnutzung ja weit verbreitet. Das Ding liegt eben auch mitten im Nichts zwischen einem Hornbach und einem Supermarkt. Von Innen allerdings sieht das sehr gelungen aus. Ein Rang, die Sitze in schwarz und gelb gehalten und auf dem Dach in den Ecken stützen sich kleine, abgeschrägte Flutlichtmasten.

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Das Spielfeld wird von einem drei Meter tiefen Graben umgeben, der Platzstürme verhindern soll und Zäune so überflüssig macht, der Gästeblock ist freilich dennoch verglast.

Halb über diesen Graben wurden die Ersatzbänke gezimmert, was von der Seite einen recht eigenwilligen Eindruck macht. Die darüber liegende Haupttribüne besteht mittig aus Business-Sitzen, darüber zwei Reihen Logen und neben den Logen hat man noch kleine Anzeigetafeln angebracht, denn es gibt nur eine große Tafel. Und wenn über der Haupt-Anzeigetafel Werbung für den ‚Saunaclub Sixsens‘ gemacht wird und gleichzeitig auf der Tafel der „Tussenstand“ eingeblendet wird, ergibt sich für den deutschen Besucher eine unfreiwillige Komik. Gekrönt wird das Stadion von einem charakteristischen Dach mit 36 Rundbögen und Zeltdächern in den Ecken.

34/50 Punkte

Parkplätze/Anfahrt

Selbst ne halbe Stunde vor Anpfiff war 5 Minuten entfernt am Straßenrand noch genug Parkplatz vorhanden. Man kann sich auch auf die zahlreichen privaten und offiziellen Parkplätze stellen, die jeweils für 5€ an den Mann gebracht werden. Man kann aber auch einfach 2 Minuten länger laufen, umsonst parken und diejenigen auslachen, die andere Leute um’s Verrecken reich machen müssen.

Den Bahnhof Kerkrade kannste vergessen, die einzige Bahnverbindung führt nur ins gut 20 km entfernte Sittard. Dort, bzw. schon in der Nachbarstadt Heerlen immerhin hat man einen Intercity-Anschluss. Allerdings fährt auch ein Bus vom Stadion direkt nach Herzogenrath und der dortige Bahnhof kann immerhin Intercitys nach Berlin und Früher gab es mal eine Euregio-Verbindung nach Aachen und Maastricht, aber die fährt momentan nicht.

14/20 Punkte

Verpflegung

Schon wieder Wertmarken, ich krieg nen Affen! Ich weiß nicht, was dieses System bringen soll. An der Markenbude war eine riesige Schlange und an der Bierbude auch. Vollkommen sinnlos!

2€ für eine Wertmarke, dafür konnte man dann Pepsi und co., Isodrinks, verschiedene Kaffeespezialitäten (ja, die Niderlande haben eine ausgeprägte Kaffeekultur.) und SiSi kaufen, irgendso’n Orangen-Zuckerzeug. Wenn das Spiel scheiße ist, kann man sich hier sogar richtig die Hacke geben, neben drei verschiedenen Bieren konnte man auch Bacardi-Cola und Vodka-Lemon erwerben.

Zu Essen gab’s typische Fritten, Frikandeln, Fleischkroketten und für 2 Wertmarken Fritten mit Sauerbraten (wtf?!). Lustigerweise muss man ne halbe Wertmarke extra zahlen, wenn man ein Brot zur Frikandel will. Das wirft zwei Fragen auf: Warum zur Hölle muss ich für ein labberiges Hot-Dog-Brötchen nen Euro Aufpreis zahlen und wie zum Henker soll ich ne halbe Wertmarke zahlen, wenn ich doch laut Stadionordnung keine Säge mit ins Stadion bringen darf?

13/20 Punkte

Eintrittspreise/Vorverkauf

Die Dame am Kassenschalter sollte man nochmal nachschulen. Wenn da ein Typ ankommt und ganz offensichtlich keinen Plan hat, wo im Stadion welcher Block ist, dann verkauf ich ihm nicht ne Karte für den Ultra-Block. Da haben die Ultras keinen Bock drauf und ich auch nicht unbedingt. Glücklicherweise hat sich dann im Stadion selbst niemand für irgendwelche festen Plätze interessiert und die nächste Ecke sah auch ganz einladend aus… Ebenfalls etwas doof ist, dass zwar auf der Karte steht, welchen Eingang du nutzen musst, aber am Stadion, oder auf der Karte dir nichts verrät, wo dieser Eingang denn ist.

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Das Preismodell ist einfach: 17,50€ hinter’m Tor, 20€ in den Ecken und 25€ auf der Gegentribüne. Für die Haupttribüne muss man wohl irgendwas Besonderes können oder sein, die kann man nicht online bestellen. Dummerweise haben sie die Preisübersicht vergessen, wenn man da Infos haben will, muss man sich also mühsam durch die Blöcke im immerhin recht übersichtlichen Online-Shop klicken. Der Shop ist übrigens nur auf Niederländisch, was gerade für einen Verein, der sich auch an deutsche Zuschauer richtet, eher suboptimal ist.

14/20 Punkte

Stimmung/Kulisse

Breda konnte mit einer Version von „Kreuzberger Nächte“ aufwarten und die gut 700 mitgereisten Fans waren auch sonst bester Stimmung, haben aber nicht 90 Minuten durchgehend supportet. Nach der späten Niederlage gab’s noch ein paar kleine Frustbengalos. Roda war ganz ok, auch ordentlich laut, aber leider auch nicht durchgehend. Richtig Alarm war, als Nathan Rutjes eingewechselt wurde. Der Knabe, der dann auch das Siegtor vorbereitete, ist dank seiner astreinen New-Kids-Friese schnell zum Kultspieler avanciert. Zum Foto hier lang:

Dank der Fanfreundschaft mit Alemannia Aachen und der allgemeinen Grenznähe haben sich auch nicht wenige Deutsche im Stadion eingefunden, viele davon mit Dauerkarten ausgestattet. So unfassbar nervige Musik habe ich eher selten in einem Stadion vernommen. Kirmestechno ist man ja gerade aus Limburg schon gewohnt, aber die Lautstärke… Alter!

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Besuchtes Spiel: 8. Spieltag der Eredivisie 2017/2018 am 14.10.2017 – Roda JC vs. NAC Breda (1:0)

Zuschauer: 12.230/700

75/110 Punkte

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