Wormatia-Stadion, Worms

Architektur

Es war im Jahre 1927, als an der Alzeyer Straße zu Worms das erste Mal Fußball gespielt wurde. Ein wunderschöner Holzbau diente 800 Menschen als Tribüne und dies tat er für die nächsten 60 Jahre. Ende der 80er, die Wormatia spielte gerade in der zweiten Liga, war die Tribüne endgültig aus der Zeit gefallen und wurde durch einen nicht minder bemerkenswerten Neubau ersetzt, der auch heute noch an Ort und Stelle steht. Zu einer Zeit, als die Stadionmode in Deutschland mehrheitlich noch riesige Kessel mit Flachdächern aus Stahlbeton kannte, ging man in Worms einen anderen Weg und stattete das Wormatia-Stadion mit einer filigranen, hoch aufragenden und keine 50 Meter in der Breite messenden Tribüne aus, die von neun Kunststoff-Halbbögen überdacht wurde und Platz für ca. 1.000 Zuschauer bietet. Die Vortribüne wird durch den Spielertunnel zweigeteilt und während sich links weitere 300 Sitzplätze befinden, findet sich rechts die „Raphael-Hügel-Vortribüne“, der Bereich der Wormatia-Fans, benannt nach einem an Leukämie verstorbenen Fan. Weitere gut 1.000 Sitzplätze befinden sich an den Seiten der Haupttribüne, sodass das Stadion gut 2.300 Sitzplätze offeriert.

Nachdem man die Kassenhäuschen in 60er-Jahre-Schwimmbadarchitektur passiert hat, betritt man das Stadion über die Nordkurve und sieht: Zäune! Diese(r) namensgebende EWR muss ein Zaunhersteller sein. Die Kurve hat den Zaun zum Spielfeld, einen Zaun oben begrenzt den Umlauf und kurz hinter der Spielfeldumzäunung steht ein weiterer Zaun. Damit soll verhindert werden, dass die nicht sanierte (und ziemlich baufällige) Nordkurve betreten wird. In Ausnahmefällen kann diese bei hohem Zuschauerandrang aber unter Auflagen freigegeben werden.

Dieser Kurve schließt sich die Gegengerade an, die im Zuge des Aufstiegs in die Regionalliga und den damit verbundenen DFB-Auflagen erneuert wurde. Unter Anderem mussten aufgrund der Auflagen die Sitze der Haupttribüne angepasst werden, weil sie eine zu niedrige Rückenlehne hatten. Heute befinden sich gut 3.000 Stehplätze auf modernen Betonstufen auf der Geraden, weitere 500 Stehplätze hält der angrenzende Gästeblock in der Südkurve bereit. Ungewöhnlich für ein Stadion dieser Größe ist die komplette Abwesenheit einer Anzeigetafel.

Eine sehr detaillierte Historie des Stadions, nebst alten Bildern, gibt’s auf der Wormatia-Homepage.

https://www.wormatia.de/stadion/geschichte.html?V=mobile%3Fspieltag%3D6%3Fspieltag%3D26%3Fspieltag%3D2%3Fspieltag%253%E2%80%8BD25%3Fspieltag%3D20

31/50

Parkplätze/Anfahrt

Egal aus welcher Himmelsrichtung, die Kreisverkehr-Dichte erreicht fast holländische Ausmaße. Und egal aus welcher Richtung, man sollte schon 15 Minuten von der Autobahn zum Stadion einplanen, bei gut besuchten Spielen auch gerne mehr. Dann wird’s auch knapp, denn die gut 300 (kostenfreien) Parkplätze vor dem Stadion reichen zwar aus, aber eben auch nur wenn Elversberg kommt und nicht irgendeine höherklassige Truppe.

Zum Bahnhof kann man in 20 Minuten laufen, oder in ca. 5 Minuten mit dem Bus fahren, der genau am Stadion hält. Mit einem Regional-Express kommt man dann gut in die größeren Nachbarstädte, in denen man Anschluss an den Fernverkehr hat. In Worms selbst halten nur vereinzelt Intercitys.

12/20

Verpflegung

Alles für 2,50, außer Wasser, das gab’s für 2€. Das Bier kam anders als die anderen Getränke aus 0,33er Flaschen, die Softdrinks, das Wasser und die obligatorische Weinschorle gab es in 0,4er Größe.

Das Essen war auch nicht geil. Durchschnittliche Bratwurst und Rindswurst für je 2,50€, Frikos und Drachenwurst (aus Drachenfleisch gemacht) für je 3€ und Brezel für nen Euro. Das war’s auch schon und das Brötchen schmeckte, als wäre es vom letzten Heimspiel übrig geblieben. Oder vom letzten Zweitligaspiel der Wormatia.

10/20

Eintrittspreise/Vorverkauf

Stehen kostet 8€, dazu gibt’s ein kostenloses Stadionmagazin. Sitzplätze gibt’s für 10-12€ (nicht überdacht), oder für 14-16€ (überdacht). Kurioserweise gibt es sogar auf der kleinen Haupttribüne zwei unterschiedliche Preiskategorien. Kunden des EWR  (Energieversorger), sowie ehrenamtlich Tätige bekommen Rabatte. Bestellen kann man das – obacht, wir reden von der Regionalliga und einem Verein, der im Internetzeitalter noch nie höher gespielt hat – alles online, sogar platzgenau. Verschiedene Versandoptionen (Standard, Einschreiben) sind genauso verfügbar, wie eine Print-@-Home-Funktion. Zahlen kann man den Spaß mit Kreditkarten, Vorkasse, Sofortüberweisung, Giropay und dem sparkassigen Paypal-Klon Paydirekt. Nochmal: Regionalliga!

17/20

Stimmung/Kulisse

Alter Falter, war das gut! Worms ist mit den Ultras von Waldhof Mannheim befreundet und diese waren an dem Montag zahlreich anwesend. Man verzichtete dankenswerterweise auf 90-minütiges Fahnengeschwenke ebenso, wie „lalala“-Dauergesänge. Dafür war von einsilbigen Schlachtrufen, über längeres Liedgut, bis zum Wechselgesang mit der Gegentribüne alles andere vertreten. Das war mal richtig unerwartet und richtig stark. Auch die ca. 60 mitgereisten Elversberger fielen nicht ab und brachten ihrerseits auch recht gute Lautstärke. Was man mit 60 Mann in nem nicht überdachten Stadion mit Laufbahn halt so versanstalten kann…

Besuchtes Spiel: 17. Spieltag der Regionalliga Südwest 2017/2018 am 31.10.2017 – VfR Wormatia Worms vs. SV 07 Elversberg (1:0)

Zuschauer: 1.002/60

70/110 Punkte

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