Stadion am Luftschiffhafen, Potsdam

Luftschiffhafen, Potsdam

Architektur

Ein Stadion, so großartig, mit einer so wunderschönen Tribüne ausgestattet, dass es fast ein Jammer ist, dass dieses Stadion nie höherklassigen Fußball zu sehen bekommen hat. Die Tribüne, ein zweistöckiger Bau aus dem Jahre 1927 und original erhalten. Mit ihren weißen Sitzbänken erinnert sie eher an eine alte, traditionsreiche Pferderennbahn. Diese sind auf und vor der Tribüne mit Rückenlehnen ausgestattet, an den Seiten der Tribüne verzichtet man darauf. Die Vortribüne wird durch den Eingang zum Funktionsteil unterbrochen, auch dieser passt mit den doppelten Flügeltüren mit Sprossenfenstern toll zum Gesamtbild. Ein sehr niedriges Dach, das von hölzernen Balken getragen wird, überdeckt die oberen sechs Reihen der Tribüne.

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Vorteil des niedrigen Daches: Schon mit geringen Mitteln kann man einen Tinnitus verursachen. Nachteil: Durch die gewaltigen Stützbalken ist die Sicht aus der oberen Reihe arg eingeschränkt. Bemerkenswert ist die Kompaktheit des Gebäudes, sobald man die Stufen runtergeht, steht man fast direkt auf der Straße. Deshalb bekommt man auch einen Stempel auf die Hand, denn um die Toiletten zu erreichen, muss man quasi aus dem Stadion raus und wieder rein.
Links und rechts der Tribüne schließen sich einige Reihen Holzbänke mit dahinterliegenden Stehtraversen an. Die Traversen setzen sich in den Kurven fort und über der Südkurve thront eine mächtige Anzeigetafel nach sowjetischem Vorbild, stilecht mit oller, orangefarbener LED-Anzeige.


Die Gegengerade ist nicht minder spannend, denn Sitzplätze befinden sich nur an den Seiten. Die Mitte wird von einem Saal mit einer 40 Meter langen Fensterfront dominiert, auf dessen Dach sich eine Terrasse befindet, von der man eine wunderbare Aussicht direkt auf das Spielfeld hat.

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Insgesamt befinden sich in dem riesigen Areal direkt am Schwielowsee noch zwei andere Plätze, eine Regattahalle, eine Leichtathletikhalle, eine Schwimmhalle, Tennisplätze und die relativ neue MBS-Arena, eine Halle für 2.000 Zuschauer, die hauptsächlich für Drittliga-Handball genutzt wird.

Baujahr: 1927

Kapazität: ca. 11.000 Plätze, davon 500 Sitzplätze auf der überdachten Haupttribüne, ca. 1.000 nicht überdachte Sitzplätze auf der Vortribüne und ca. 500 nicht überdachte Sitzplätze auf der Gegengeraden. Ca. 9.000 nicht überdachte Stehplätze

45/50

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Parkplätze/Anfahrt/Einlass

Egal, wie man’s dreht und wendet, 20 Minuten muss man von der Autobahn schon einplanen. Dabei ist es unerheblich, ob man aus Berlin (A115) oder von irgendwo anders (A10, AS (Kevin) Groß Kreutz) kommt. Am Stadion selbst gibt es offiziell nur ein Parkhaus für 1,50€/Stunde, die Parkplätze am Weg an der Tribüne berechtigen nur für 30 Minuten. So ein Quatsch. Das Ordnungsamt ließ sich die Finanzierung der Grillparty natürlich nicht durch die Lappen gehen und hat fleißig aufgeschrieben.

Mit der Straßenbahn kann man direkt vor die Tür des Sportzentrums fahren, das dauert vom Hbf. ca. 15 Minuten. Auf dem Weg liegt noch der Bahnhof Charlottenhof, der mit den gleichen Regionalzügen (Brandenburg, Berlin, Frankfurt/Oder) erreichbar ist. 13/20

Verpflegung

Sehr gute Bratwurst für 2,50€, Hot-Dog für 3 und Burger für 4€. Alles vom örtlichen Metzger. Dazu gab’s noch frei belegbare Burritos für 6€. Brezel, Chips und Schokoriegel waren auch anwesend und die Vereinsmuttis haben noch ein Kuchenbuffet aufgefahren.

Bohemian Pilsner, ein Craft-Beer aus Berlin gibt’s für 3€/0,4l, Cola und Säfte für 2,50€, aber nur 0,3l. Ist also teurer als das Bier. Wasser für 2€/0,3 und Wein und Sekt gibt’s für 3,50€/0,2l

17/20

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Eintrittspreise/Vorverkauf

8€ kostet die Karte auf der Haupttribüne, 6€ kostet der Eintritt für alle anderen Bereiche. Obacht, für die billigen Plätze kriegt man nur nen schäbigen Stempel auf die Hand, eine richtige Karte gibt’s nur für 8€.
Man kann tatsächlich online auf der Haupttribüne platzgenau buchen und das Ganze mit PayPal und Sofortüberweisung. Für ne reine Amateursportart schon nicht schlecht. Aber die Royals haben sich offensichtlich nen Freehoster für ihre Webseite ausgesucht. Ich hatte noch nie so nervige und „zwielichtige“ Popups auf ner Seite, die sich nicht im Dunstkreis von Musikdownloads bewegt. |-)

14/20

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Stimmung/Kulisse

Dresden mit 300 Leuten und allerhand Fanutensilien, machten in ihrem Gästeblock immer gut Alarm. Potsdam auch laut, das mag aber mehr an den verteilten Klatschpappen gelegen haben. Gott hasst Klatschpappen. Und Tröten. Ganz besonders Tröten. Auch die zahlreich anwesenden Mücken waren bester Laune und machten reiche Beute.

Besuchtes Spiel: 2. Spieltag der 1. GFL Nord 2018 – Potsdam Royals vs. Dresden Monarchs 34:45 am 28.4.2018

Zuschauer: 2.714/300

89/110

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