Groupama Arèna, Budapest (HU)

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Architektur

In nur 14 Monaten Bauzeit wurde das Stadion 2013-2014 erbaut und zu Ehren eines französischen Versicherungsunternehmens benannt. Natürlich ist es eine moderne Arena und es gibt in Ungarn auch geilere Stadien, aber für so’n modernes Ding, ist’s doch recht ansehnlich geraten. Die Außenhülle aus einem Metallgitter ist tagsüber grau, nachts wird sie von grünen Scheinwerfern angestrahlt. Man betritt das Stadion auf Spielfeldebene, findet auf der Rückseite der Tribünen allerhand Kioske und Toiletten und erklimmt dann einige Stufen in den Block. Diesen betritt man dann im unteren Drittel und blickt in ein Stadion mit nur einem Rang, dieser ist aber relativ steil und das Stadion ist reihum mit grünen Klappsitzen ausgestattet. Die Symmetrie wird durch die Haupttribüne unterbrochen. An deren Seiten finden sich zwei große Öffnungen, um Technik etc. ins Stadioninnere fahren zu können. Die Haupttribüne selber hat nur 14 Reihen Sitzplätze (die anderen Tribünen haben 37 Reihen), aber zwei Etagen mit insgesamt 34 VIP-Logen und eine Etage für Technik, Sprecherkabinen, Kameras, etc.

Facts for Nerds: Im Baujahr 2014 war die Groupama Aréna der sechstgünstigste Stadionneubau. In der Wertung „Kosten pro Sitzplatz“ erreichte das Stadion den 5. Platz mit 1.996$ pro Sitz. Zum Vergleich, beim Bau des Levi’s Stadium, der Heimat der San Francisco 49ers kostete ein Sitz 18.410$.

Baujahr: 2014

Baukosten: 45 Mio. €

Kapazität: 23.700 überdachte Sitzplätze

31/50

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Parkplätze/Anfahrt

Das Stadion liegt ca. 5 km von der Autobahn, bzw. vom Autobahnring entfernt, ist über eine Schnellstraße aber gut angebunden. Die Einheimischen parken kreuz und quer, wo grad Platz ist. Als sicherheitsbedachter Westeuropäer sollte man sich das 2x überlegen, denn die Gegend um’s Stadion ist nicht unbedingt einladend. Für umgerechnet 1,50€ kann man 300m entfernt den offiziellen Parkplatz nutzen.

Budapest rühmt sich zurecht für sein Nahverkehrssystem. Mit der Metro kommt man in 10 Minuten vom Hauptbahnhof direkt vor’s Stadion, mit der Straßenbahn kommt man ebenfalls schnell überall hin und zig Buslinien fahren ebenfalls noch.

19/20

 

Verpflegung

Das Angebot an warmem Essen ist überschaubar: Sandwich, Hot-Dogs (je 1,70€) und ein paar Grillwürste für westeuropäisch eingepreiste 2,50€. Die Dinger schmeckten nicht unbedingt berauschend und erinnern eher an etwas größere Nürnberger. Für 4,70€ kann man sich auch nen Hamburger an einem mobilen Stand holen. Ich glaube, Ungarn sind süchtig nach Hamburgern, die Dinger findet man wirklich an jeder Ecke in jedem hinterletzten Kaff. Bei den Knabbereien gibt’s das volle Brett, Schokoriegel, Chips, Popcorn und natürlich die obligatorischen Sonnenblumenkerne.

Zu trinken gibt’s Pepsi, Eistee, Orangenlimo und Canada Dry (geiles Zeug!) für je 2,20€ für 0,5l, Wasser für 1,20€/0,5l und Dead Bull für 1,70€/0,25. Beim Bier unterscheidet man zwischen Flaschenbier für 2,20/0,5l und Gezapftem für 1,60€, hier aber 0,3l.

Bezahlt wird die Verpflegung bargeldlos, da man aber seine persönliche Mitgliedskarte als Guthabenkarte nutzt, geht das relativ zügig. Das Aufladen geht auch schnell, das kann man entweder vor dem Spiel im Fanshop, oder im Ticketoffice erledigen, oder bei einem der vielen mobilen Aufladefritzen, die überall im Stadion anzutreffen sind. Das ging selbst 5 Minuten vor Anpfiff recht schnell. Schaut mal Schalke, so geht das… Die Beträge gehen selten ganz auf, aber bei mir sind noch 20 Forint übrig geblieben, das sind überschaubare 6 Cent. Kann ich verschmerzen.

Mit Englisch kommt man überall im Stadion gut durch.

Interessant ist noch das Toiletten-Konzept. Dieses ist als Einbahnstraße ausgelegt, man kommt also nur zu einer Tür rein, wird durch die Räume geführt (ganz hinten die Waschbecken) und dann zur anderen Tür wieder raus. Geht in der Halbzeit super schnell, weil sich keiner auf den Füßen rumsteht.

14/20

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Eintrittspreise/Vorverkauf/Einlass

Alter Schwede! Die gute Nachricht: Die wissen, dass sie ein bescheuertes System haben und öffnen den Ticketschalter schon morgens. Die schlechte Nachricht: Die haben ein bescheuertes System! Um überhaupt Karten kaufen zu können, braucht man ne Mitgliedskarte, also so ne Art holländische Club Card. Diese MUSS man zwingend am Stadion beantragen, denn die wollen nicht nur deine persönlichen Daten wissen (inkl. Name der Mutter!), sondern machen auch ein Foto von dir und nehmen einen Scan deiner Hand. Dieser wird am Stadioneinlass mit dem in der Datenbank abgeglichen, so kommt wirklich nur der Eigentümer der Karte ins Stadion. Im Einlass gibt’s übrigens extra Schlangen für Kinder und Frauen. Man sollte also schon genau hinschauen, sonst wird man lächelnd wieder weggeschickt. Das ganze Registrierungs-Spiel dauert ca. ne Viertelstunde, ohne Schlange stehen (es gibt Berichte, dass es mit Schlange stehen auch gerne mal 80 Minuten dauert), und kostet ca. 4,50€. Dafür bekommt man ne nett bedruckte Plastikkarte, mit der man sich dann am Ticketschalter anstellen und ne Karte kaufen kann. Wenn man sich ne VIP-Karte kauft, kann man sich den ganzen Zirkus ersparen. Diese kosten ab ca. 31€. Normale Karten im Fanblock gibt’s für 7€, auf der Gegengeraden ist man für 13-15€ dabei. Bemerkenswert ist, dass die günstigen Karten bei Topspielen lediglich einige Cent teurer werden, die Gegengerade hingegen um ca. 4€. Dieses ganze Bestellprocedere ist auf der Homepage auch auf Englisch gut erklärt und bei Fragen hilft Fradi schnell und kompetent über Facebook weiter. Zahlen kann man am Stadion bar und mit EC/Kreditkarte.

16/20

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Stimmung/Kulisse

Amtliche Stimmung machte die Heimkurve das ganze Spiel über und anders als hierzulande zog auch die Gegentribüne sehr gut mit, vor allem in der hitzigen Endphase stand das ganze Stadion und peitschte immer wieder das typische ‚Hajra Fradi‘ durch das halb besetzte Rund. Vasas sitzt auch in Budapest, ist aber der kleinste der derzeit vier Erstligisten der Hauptstadt. Die hatten ca. 400 Mann dabei (Heim-Schnitt ca. 1.500), bemühten sich um etwas Stimmung, kamen gegen die grüne Wand aber nicht wirklich an.

Besuchtes Spiel: 30. Spieltag der Nemzeti Bajnokság 2017/2018 – Ferencvaros TC vs. Vasas FC 1:1 am 12.05.2018

Zuschauer: 11.345/400

Fotos: flic.kr/s/aHskBo1T8G

80/110

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