Auestadion, Kassel

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Architektur

Nach dem Krieg lag Kassel wie so viele andere Städte auch ziemlich in Schutt und Asche und wie in vielen anderen Städten auch (Hannover, Hamburg, Augsburg, etc…) entschied sich der Stadtrat, die Kriegstrümmer gleich logisch anzuordnen, um dann einfach ein Stadion draus zu bauen. So eröffnete im Jahre 1953 das Stadion für 35.000 Zuschauer seine Pforten, von denen ca. 2.000 auf einer überdachten Tribüne Platz nehmen konnte.

Von 2003 bis 2011 wurde das Stadion schrittweise modernisiert. Zuerst wurde die Gegengerade überdacht und mit 4.000 Schalensitzen ausgestattet. Die Tribüne wurde mit einer abgerundeten Überdachung ausgestattet, die ohne störende Stützpfeiler im Sichtfeld auskommt. Unter dem Dach befinden sich links und rechts noch jeweils 500 Stehplätze der angrenzenden Kurven. Diese sind angenehm steil und mit angenehm großen Stufen ausgestattet, sodass man trotz der, durch die Tartanbahn, erheblichen Entfernung zum Spielfeld ganz passabel schauen kann. Dies gilt allerdings nicht für die ersten 5 Reihen, denn der Zaun ist mit gut 4 Metern etwas arg hoch geraten.
Außerdem wurden 4 etwas eigenwillig aussehende Flutlichtmasten installiert. Diese sind angewinkelt und im oberen Drittel nochmal abgeknickt, was dem Auestadion einen vollkommen eigenständigen Charakter verleiht.
Die Haupttribüne wurde im Jahr 2009 abgerissen und durch einen modernen Neubau mit Logen und Schalensitzen ersetzt, der sich jedoch ins Gesamtkonzept nahtlos einfügt. Als Zugabe wurde dann noch eine Videowand über der Gästekurve installiert.
Schon in den frühen 1990er Jahren wurden die Lücken, die seit je her zwischen der Haupttribüne und den Kurven klaffte, durch zwei kleinere Sitztribünen ersetzt, die einen etwas verlassenen Eindruck machen, so zwischen der Haupttribüne und den doch recht großen Stehrängen.

Kapazität: 18.482 / 8.482 überdachte Sitzplätze und 10.000 Stehplätze, davon 1.000 überdacht

36/50

Parkplätze/Anfahrt

Vor dem Stadion gibt’s ca. 2.000 kostenlose Parkplätze. Wer früh genug da ist, kann sich auch irgendwo an die umliegenden Geschäfte stellen. In 400 Metern Entfernung befindet sich das Redaktionsgebäude der HNA mit einer großen Anzahl an Parkplätzen. Wenn alle Stricke reißen, gibt es noch die ca. 2 km entfernte Messehalle, zu der bei Spielen mit großem Zuschauerandrang auch ein Bus-Shuttle angeboten wird. Das Stadion liegt außerdem noch direkt an der Autobahn und hat eine eigene Abfahrt, sodass man sich nicht endlos durch den Stadtverkehr quälen muss. Auch die Abreise erfolgte trotz ausverkauftem Haus erstaunlich problemfrei. Das kann nicht mal Sinsheim, obwohl deren Blechbüchse ebenfalls direkt an der Autobahn liegt.

Kassel ist hervorragend an das bundesweite Schienennetz angebunden. Von den Bahnhöfen fährt die Straßenbahn direkt bis vor die Tür des Stadions.

19/20

Verpflegung

Bratwurst im Brötchen für 2,50€. Vegetarier, oder Bratwurstverweigerer mussten sich einen der fliegenden Brezelverkäufer krallen.
Bier und Softdrinks wurden für selbstbewusste 3,50€ (0,4l) ausgeschenkt, auf Bonaqa-Leitungsplörre gab’s immerhin 50 cent Rabatt. Außerdem hatten die nur so Einweg-Plastikbecher, auf die auch noch ein Pfand von 50 cent erhoben wurde. Und liebe Kasseler, ihr hattet durchaus die Chance, das überteuerte Zeug an den Mann zu bringen, aber dafür wäre vielleicht mehr als eine Bierbude für 4.000 Leute eine Option gewesen. Man muss aber relativierend betrachten, dass hier sonst der TSV Steinbach und Astoria Walldorf den Gästeblock bevölkern.

2/20

Eintrittspreise/Vorverkauf

Ein Stehplatz kostet normale 8€, sitzen kann man zwischen 12€ (Osttribüne) und 15-18€ (Haupttribüne). Es gibt verschiedene Ermäßigungen für Studenten, Schüler, Rentner, Arbeitslose, Behinderte, Azubis, Ehrenamtler und, nicht zu vergessen, Zeitungsabonnenten.

Nochmal 1€ kann man sparen, wenn man sein Ticket auf dem hervorragenden Online-Portal der Kasseler, oder an einer der anderen VVK-Stellen erwirbt.
Außerdem kann man mit dem Ticket 2 Stunden vor und 2 Stunden nach dem Spiel kostenlos Bus und Bahn benutzen.

18/20

Stimmung/Kulisse

Das Auftaktspiel gegen Offenbach verfolgten 5.300 Zuschauer. Sonst verirren sich im Schnitt ca. 2.000 Zuschauer ins Auestadion, was in der Regionalliga Süd-West den vierten Platz bedeutet. Das Pokalspiel gegen 96 war natürlich ausverkauft.
Im Übergang von der Nordkurve zur Osttribüne haben sich einige Ultraorientierte Mitmenschen niedergelassen, die den Stehblock durchaus respektabel und ausdauernd zum Mitmachen animieren konnten. Aufgrund der stimmungstechnisch nicht so geschickten Bauweise des Stadions, drang aber höchst selten mal ein Schlachtruf bis in den Gästeblock vor. Dieser wusste trotz ca. 4.000 mitgereisten Hannoveranern stimmungsmäßig nicht wirklich zu überzeugen. Zu viel Pöbel aufgrund der nahen Anfahrt, zu viel Sonne und ein fehlendes Dach ließen die Stimmung seltenst mal überkochen. Das Spiel hat sein Übrigens dazu beigetragen.

Großartig und mit viel Unterhaltungswert war jedoch das Stadionprogramm gestaltet. War der eine Stadionsprecher eher noch der Typ jovialer Frühstücksmoderator im Lokalradio, hätte dem zweiten Gesellen nur noch eine beige Weste gefehlt und er hätte den zivilen Fahrkartenkontrolleur in der örtlichen Tram geben können. Mit dem Temperament einer Wanderdüne hat er dann auch die Interviews durchgeführt, unter Anderem mit zwei Ex-Spielern des KSV, denen wir vor 30 Jahren mal den Aufstieg versaut haben. Die beiden sollten dann mal vom Spiel erzählen, brachten aber auch so viel Verve in die sowieso schon zähe Geschichte, wie zwei Modelleisenbahner beim sonntäglichen Stammtisch. Highlight in der Dreifaltigkeit war aber der Polizeityp, der sich aber immerhin erstmal – Ordnung muss sein – mit Namen vorstellte: „Guten Tag. Mein Name ist Christoph irgendwas. Ich bin Ihr Sicherheitschef. Ich möchte Sie darauf aufmerksam machen, dass nach dem Spiel Shuttlebusse für Sie bereitstehen….[blablabla]“
Irgendwie wurde ich den Eindruck nicht los, dass die im Auestadion alles vor das Mikro gezerrt haben, was beim Beamtenmikado oder beim Pfahlsitzen durch viel Ausdauer aufgefallen ist.

Besuchtes Spiel: 1. Runde DFB-Pokal – Hessen Kassel vs. Hannover 96 (0:2) am 09.08.2015

Zuschauer: 18.482/4.000 (ausverkauft)

Zuschauerrekord: 37.000 Zuschauer im Oberligaspiel zwischen Hessen Kassel und Hannover 96 im Jahre 1964

75/110

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